1333 Menschen durch Drogenkon­sum gestorben

In Deutschland sind im vergangenen Jahr 1333 Menschen durch Drogenkon­sum gestorben. Die Zahl der Rauschgifttoten stieg damit gegenüber dem Vorjahr um neun Prozent – und bereits zum vierten Mal in Folge, wie die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) und der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, gestern in Berlin mitteilten. Nur 2008 gab es zuletzt mit 1.449 mehr Drogentote.
 
Besonders stark nahmen im vergangenen Jahr Todesfälle im Zusammenhang mit dem Kon­sum sogenannter Designerdrogen zu. 2016 wurden 98 Tote durch Legal Highs regis­triert, das waren fast dreimal so viele wie Vorjahr. 2015 starben 39 Menschen infolge des Konsums solcher neuer psychoaktiver Stoffe (NPS), die meist über On
line­shops als ver­meintlich unbedenkliche Kräutermischungen, Badesalze, Luft­erfrischer oder Pflanzen­dün­ger deklariert und verkauft werden. Ihre Zusammen­setzung ist oft nicht bekannt, was hohe Risiken für die Konsumenten birgt.
 
Der Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, Raphael Gaßmann, forderte ein Umdenken in der Politik. „Dass die Substanzen immer reiner und preiswerter werden, zeigt, dass wir mit der Verbotspolitik an diesem Ende nicht weiterkommen“, sagte er. Für Bundes- und Länderregierungen bestehe längst dringender Handlungsbedarf, ein „Weiter so“ könne es nicht geben.