Alkoholpolitik des Bundes provoziert Kopfschütteln

kopfschüttelnJost Leune, Geschäftsführer des fdr (Fachverband Drogen und Suchtmittel), drückt mit seinen Worten im Editorial der heute erschienenen fdr-Berichte 2:16 ein mentales Kopfschütteln zur Alkoholpolitik des Bundes aus: „So hat zum Beispiel hat die parlamentarische Staatssekretärin des Gesundheitsministerium Ingrid Fischbach auf eine Kleine Anfrage der GRÜNEN zum Thema Alkoholprävention in Deutschland geantwortet. Dazu kommentierte der DHS-Geschäftsführer Dr. Raphael Gassmann: „Der Tenor ist: ‚Die derzeitigen Regelungen haben sich bewährt‘ und so ‚plant die Bundesregierung keine weiteren Regelungen‘. Statt solcher hält es die Bundesregierung für erfolgversprechender, junge Menschen zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol anzuhalten‘. Diese drei Zitate sind zwar aus dem Zusammenhang genommen und neu kombiniert, kennzeichnen aber dennoch die offizielle Regierungspolitik. Die zugrunde liegende Motivlage beleuchtet ein Interview mit Marlene Mortler im ARD Morgenmagazin. Zitat (ca. ab Minute 6): ‚Alkohol ist ja ein Suchtmittel bzw. eine Substanz, die bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, das wissen wir aus der Wissenschaft, keinen Schaden verursacht. Aber, Stichwort Prävention: Ich habe eingangs gesagt, dass es mir sehr wichtig ist, aufzuklären, Kampagnen zu machen im Bereich Jugend und zwar gezielt und regelmäßig.‘

Abschließend auch noch (ein) Zitat von Angela Merkel in ihrer Rede zum 500. Jahrestag des ‚Reinheitsgebotes‘: ‚Ich wünsche weitere 500 erfolgreiche Jahre Reinheitsgebot und damit auch für das Brauwesen. Setzen Sie sich weiter tapfer dafür ein und ermuntern Sie die Menschen, dabei mitzumachen, indem sie das Bier dann auch trinken.‘“ . Soweit Raphael Gassmann.

Zur Erinnerung: 74.000 Alkoholtote, 40 Milliarden € volkswirtschaftlicher Schaden in Deutschland. „Die derzeitigen Regelungen haben sich bewährt…“. Wäre Alkohol ein Unwetter, der Katastrophenschutz würde rotieren.“