Hohes Suchtrisiko für traumatisierte Flüchtlinge

Wir helfenMünster (dpa). Für eine bessere Behandlung suchtkranker Flüchtlinge in Nordrhein-Westfalen machen sich Suchthilfe und Beratungsstellen stark. Durch schreckliche Erfahrungen im Herkunftsland und auf der Flucht seien viele Asylbewerber traumatisiert und damit anfällig für Drogenabhängigkeiten, warnt die Koordinationsstelle Sucht des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Experten diskutieren daher am (heutigen) Mittwoch auf einer Tagung über die besonderen Herausforderungen, die sich aus der insgesamt steigenden Zahl von Flüchtlingen auch für die Suchthilfe ergeben. Für den AkJ e.V. nehmen heute Ewald Wehner und Birgit Süsselbeck an der Tagung teil.

Die Trauma- und Suchtexperten wiesen vorab daraufhin, dass Menschen auf der Flucht häufig eine Vielzahl belastender Erfahrungen hinter sich hätten. Die daraus entstehenden Leiden versuchten sie oftmals mit Medikamenten oder Alkohol zu lindern. Den Weg in die Hilfesysteme fänden sie dabei häufig noch schwieriger als andere Patienten. Bislang sei das Gesundheitssystem nur unzureichend auf die Gruppe vorbereitet, etwa weil Finanzierungsmöglichkeiten für Übersetzer bei der Behandlung fehlen.